Schmuck der anderen Art

Schmuck fasziniert und inspiriert. Doch er muss nicht immer nur „hübsch“ und „gefällig“ sein! Im Museum Bellerive in Zürich stellen sich 80 Designer aus der ganzen Welt der Herausforderung dieses Thema einmal auf eine andere, herausfordernde Art zu interpretieren:

Schmuckkreationen im Museum Bellerive

Julie Schmid (BA Jewellery Design 2011), «The Fish with golden Bubbles» und/and «Two Dogs and a Diamond».

Julie Schmid (BA Jewellery Design 2011), «The Fish with golden Bubbles» und/and «Two Dogs and a Diamond».Bild: Vlado Alonso © HEAD – Genève

 Die Ausstellung im Museum Bellerive präsentiert ungewöhnliche Kreationen von 80 internationalen Schmuckdesignern. Überdies wird eine Auswahl von Schweizer Gestaltern gezeigt. Die Werke loten die Grenzen der Schmuckgestaltung aus.

 Philipp Meier zum Thema Schmuck

Sie widersetzen sich sperrig dem Körper, springen von ihrer Trägerin förmlich in den Raum oder verselbständigen sich zu sonderbaren Kreaturen. Diese Stücke mögen dem ahnungslosen Besucher des Museums Bellerive erscheinen wie Ausgeburten eines von Albträumen heimgesuchten Schmuckgestalters, der sich in einer tiefen Schaffenskrise befindet. Mit hübschen Anhängseln für Ohr, Hals und Handgelenk, welche die Erscheinung ihrer Besitzerin nobilitieren, hat dieser Schmuck rein gar nichts zu tun. Was aber soll er denn sein, wenn nicht das zusammengebastelte Ergebnis eines ziemlich ausgeflippten Freestyle-Kreativitäts-Workshops in Sachen Schmuckgestaltung?

Das Experimentieren hat die Gestaltung unserer Lebenswelt stets weitergebracht. Und so verhält es sich auch beim Schmuckdesign. Ende der sechziger Jahre entwickelte sich von den Niederlanden aus eine Szene freier Schmuckgestalter, die gängige Typologien hinterfragte, ja über den Haufen warf und ihre Aufmerksamkeit auf das originelle Einzelstück richtete. Während Gold, Silber und Juwelen die bevorzugten Materialien waren, mit welchen sich Menschen über Jahrhunderte schmückten, entstanden nun plötzlich Arbeiten aus unedlen Materialien und industriellen Fertigprodukten, aus Objets trouvés und Alltagsutensilien.

Die Beurteilung eines Schmuckstücks nach seinem materiellen Wert rückte dabei in den Hintergrund. Die oft bildhauerischen Kreationen wurden als «objects to wear», als tragbare Objekte, bezeichnet. Im selben Zug wurden die Grenzen zwischen Mode, Schmuck und Kunst zusehends verwischt. Frühe Beispiele der Pioniere des Schweizer Autorenschmucks, die auf der Suche nach einem demokratischen Schmuckbegriff neue Wege beschritten, veranschaulichen den revolutionären Materialmix im Schmuckdesign. Broschen bestehen nun aus Aluminium oder Plexiglas und Stahl, Halsketten aus Holz, Ohrringe aus Eisen, Blech, ja gar Pelz, Schaumstoff, Karton und Papier.

Kombiniert mit Edelmetallen und Juwelen, entfalten solche Stücke mitunter eine wahrlich verstörende Poesie. Auch die Demontage des klassischen Schmuckverständnisses vollzog sich mit den Mitteln der Subversion….More at Schmuckkreationen im Museum Bellerive – NZZ Online

Schmuck, Trauringe und Schmuckanhänger im Museum Bellerive

Wer sich also einmal Partnerringe, Eheringe, Medaillons, Trauringe oder Partnerringe der ganz anderen Art anschauen möchte, dem sei der Besuch im Museum Bellerive in Zürich an Herz gelegt. Edle Stücke einmal ganz anders!

 

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